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Eine faszinierende Palme, die einfach alles beinhaltet, was ich mir als Exotengärtner wünsche. Frosthärte, Nässeunempfindlichkeit, gute Regenerationsfähigkeit und dazu einfach ein exotisches Äußeres, was sie von anderen Palmen abhebt.

Zuerst schwierig zu erhalten, wird sie heute gängig, aber für gutes Geld bei verschiedensten Händlern und Internetauktionshäusern angeboten. Die Pflanzengröße ist dort vom Samenkorn bis zu etwa 20 /25 cm Pflanzenhöhe erhältlich.

Aus Interesse habe ich aus verschiedensten Bezugsquellen T. princeps gesammelt. Darunter ein Austausch mit einem anderen Exotensammler, über einen belgischen Händler, über einen thailändischen Züchter und Samen aus China (Sämlinge konnten dort nicht verschickt werden).

Die Princeps aus den verschiedenen Quellen unterscheiden sich teilweise sehr stark.

Foto 08.05.2010, Bei jeder T.princeps aus Thailand wächst das Blatt sich direkt öffnend aus der Wachstumsöffnung. Es gibt keinen Blattspeer. Die Blätter sind graziler und tiefer gespalten und auch elastisch. Das Wachstum ist langsamer als bei der "Sammler-princeps".Foto 08.05.2010, Deutliche Speerbildung bei der "Sammler-princeps" sichtbar. Erst später öffnet sich der Speer und das Blatt entfaltet sich (wie bei Trachycarpus üblich). Die Blätter sind breiter, härter bis starr und weniger tief eingeschnitten.
Der jährliche Blattzuwachs ist bei dieser princeps deutlich besser als bei den Exemplaren aus Thailand.
Foto 02.04.2010, Rückseite meiner mittlerweile gut angewachsenen Thailand-Princeps, glatte, weiße, undurchsichtige Blattsegmente. Das Blatt ist elastisch und biegsam.Foto 02.04.2010, Rückseite meiner "Sammler-princeps".Das Blatt ist nicht biegsam, sondern starr. Das Weiß ist nicht so stark ausgeprägt und man erkennt eine Musterung der Blattsegmente.

Unterschiede lassen sich auch stark am ersten Keimlingsblatt erkennen:

Je nachdem ob der Samen aus chinesischer oder thailändischer Quelle stammt.

03.09.2009, ein im Garten gekeimter Samen aus thailändischer Quelle. Sehr lang, elastisch und sehr schmal ist das erste Keimblatt. In einem Jahr kam sie auf 1,5 Blätter, die beide im Winter 2009 / 2010 zurückgefroren sind, trotz maximalem Frost von -5 / -6 Grad im Schutz.

Die Keimrate ist nicht sehr gut, bzw. dauert vielleicht noch an und ist sehr lang (> 1 Jahr).
19.09.2010, ein Ergebnis eines Keimlinges aus chinesischer Quelle. Das Blatt ist viel steifer und kürzer. Sie schaffte es auch in einem Jahr auf 1,5 Blätter und überlebte den Winter 2009 / 2010 komplett gemulcht.

Dieses Jahr wird die erste Princeps aus chinesischer Anzucht geteilte Blätter bekommen dann wird man mehr sagen können, was hier vorliegt. Auf jedenfall ist sie sehr frosthart.

Hier eine T. princeps in Thailand.
Deutlich zu sehen die tief eingeschnittenen Blätter und das grazile Gesamtbild.

Vergleichend mit dem Buch "Winterharte Palmen" wo die Wiederentdeckung der T. princeps beschrieben wird mit Aufnahmen vom Naturstandort, dürfte es sich bei der grazilen T. princeps um die dort aufgefundene Ursprungsform handeln.

Die derzeit angebotenen T. princeps haben aber vielfach die breiten, härteren Wedel und bringen ihre Blätter als Blattspeer aus der Wachstumsöffnung.

Sollten die Unterschiede bei den verschiedenen T. princeps so beibehalten werden, müsste man annehmen, dass man hier zwei verschiedenen Formen hat. Unterschiedliche Fundorte (die ja jeder Importeur für sich behält) können auch ursächlich sein.

Mittlerweile (Stand 20.06.2010)  bringt auch die größere Thai-Princeps Blattspeere hervor, so dass ich annehme, dass das Herausschieben der schon möglichst weit geöffneten Wedel ein Zeichen dafür ist, dass die Pflanze Energiebedarf hat, den sie durch möglichst viel und frühzeitige Blattmasse ausgleichen möchte.

Alle Princeps schieben Speere. Das Herausschieben eines halb- oder mehr geöffneten Blattes lässt sich auch bei Fortunei und Wagnerianus nach dem Winter beobachten, wenn die Pflanze versucht möglichst viel Blattfläche für die Photosynthese zu bieten.