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Winterschutz:

Winterschutz bedeutet einfach die Pflanzen vor den Witterungsbedingungen im Winter zu schützen.
Dies kann auch Schutz vor Regen bedeuten bei Temperaturen in geringem Plus-Bereich.


YES, YOU CAN !

- Ja, man kann eine Palme im Garten ausgepflanzt pflegen.
- Ja, es ist alles nur eine Frage des Aufwandes was man auspflanzen kann und  was nicht.
- Nein, ohne Schutzaufwand (im Winter) geht es nicht dauerhaft.


1. Rindenmulch ausbringen / Mulchen zum Schutz der Wurzeln vor Frost.

- Achtung - Die Zersetzung des Rindenmulches entzieht dem Boden Stickstoff. Den Rindenmulch also möglichst im Frühjahr entfernen / ausdünnen und den Boden mit Stickstoff (z.B. Blaukorn / Hornspäne) düngen.

2. Zusammenbinden der Palmenwedel zum besseren Einpacken / Verringerung des zu schützenden Palmenumfanges nützlich. (mache ich aber ungerne).

Dies muss auch rechtzeitig gemacht werden, da sonst die steif gefrorenen Wedel schnell abbrechen beim Zusammenbinden.

Adequat dazu, muss bei Zitruspflanzen ein Kronenschutz angebracht werden.

Dafür wird empfohlen, 2 Drahtbügel kreuzförmig über die Krone zu bringen und im Boden zu verankern. Über diese gekreuzten Bügel wird dann ein Flies und/oder Folie gespannt und ebenfalls im Boden befestigt.

3. eine Umbauung der Pflanzen / Pflanzenbereiche mit einem Gestell (Holzbalken in Bodenhülsen), welches mit Styrodur (2 cm ausreichend) verkleidet ist. Festes, lichtdurchlässiges Dach (z.B. Stegplatten mit 16mm Stärke / Schneelast beachten)!

4. eine Wärmequelle in der Umbauung der Pflanzen
Eine gut isolierte Umbauung der Pflanzen sorgt für eine langsame Abkühlung, aber auch langsame Aufwärmung der Umbauung. Dadurch kann es dazu kommen, dass es in der Umbauung kälter ist, als die Außentemperatur.

Anzuraten ist hier eine Wärmequelle, die manuell oder über einen UT 200 temperaturgesteuert wird.

Als Wärmequelle sind

- Grablichter (manuelle Handhabung, sicherer Stand, Vorsicht offene Flamme!!!!)
- Lichterschläuche (LED wärmt nicht)
- Glühbirnen (die guten alten Glühbirnen, die neben Licht auch viel Wärme abgeben)
- Heizkabel aus dem Terrarienbereich
- Heizlüfter (sicherer Stand, Abstand zur Pflanze, tropf- bzw. spritzwassergeschützt)

zu nennen.

Ein UT 200 steuert die Stromzufuhr über einen Fühler temperaturabhängig, so dass man am Gerät einstellen kann, ab welcher Temperatur der Strom fließen soll und ab welcher Temperatur im Schutz der Strom wieder abgeschaltet wird. Preis ca. 50,-.

Erste Winterschutzerfahrungen:

Nach einem ersten Aufbau eines Folienhauses aus Dachlatten, Winkeln und eben verstärkter Noppenfolie im Winter 2007 / 2008 mit gutem Erfolg auf der Dachterrasse, sollte diese dieses mal freibleiben und der Garten entsprechend das Folienhaus aufnehmen.

Der letzte "Sturm" im März (Emma) hatte letztlich das Folienhaus auf der Dachterrasse beschädigt, nachdem es bereits einige sehr starke Winde überlebt hatte. Pflanzen kamen nicht zu Schaden.

In 2008 habe ich in einem Beet 4 Metallhülsen in der Erde versenkt (75 cm) und mir entsprechend Holzbalken dafür mit 240 cm Länge gekauft. Diese werden in die Hülsen eingesetzt und verschraubt. Noppenfolie wird den Schutz zur Wetterseite bilden.

Das Dach möglichst mit einem Kreuz bauen um das Ansammeln von Wasser auf der Folie zu verhindern.Nicht schön, aber praktisch. Dach und Wetterseiten werden mit Folie verkleidet (bis fast zum Boden).

Das Dach wird aber diesmal nicht mit Folie gebaut (Wasseransammlung), sondern mit zwei Platten durchsichtigem Wellkunststoff aus dem Baumarkt (140 x 200 cm für 33,- € pro Platte). Doppelstegplatten wären zu teuer gewesen (>100,- €).

Diese gewellten Kunststoffplatten kann man gut überlappend übereinander legen und entsprechend verschrauben mit dem Holzgestell.

Durch die gewellte Form, liegt das Dach nicht gerade auf und eine geschlossene Isolierung ist nicht gegeben. Warme Luft entweicht dem Winterschutz durch die Lücken die sich durch die Wellen ergeben. Positiv: Eine Luftzirkulation ist dadurch gegeben!

Das andere Beet hat 5 Metallhülsen und wird rundherum mit Noppenfolie geschlossen. Das Dach wird ebenfalls aus diesen durchsichtigen gewellten Platten errichtet und verschraubt.

ANMERKUNG: Arbeitet man beim Einsatz der Metallhülsen nicht 100 % genau, setzt sich dieser Unterschied auf die Länge der eingesetzten Balken fort und die Balken stehen etwas schief zueinander, wie auf meinen Bildern erkennbar.

Das Dach ist angebracht und leitet das Regenwasser ab.Wetterseiten sind verkleidet. Später wird rundherum mit Noppenfolie verkleidet.

Im Winter stand die folienverkleidete Umbauung in den Metallhülsen bombenfest. Ein starker Wind brach jedoch vom Dach einen kleinen Teil ab, der überstand. Mit dieser Kraft hätte ich nicht gerechnet.

Leider war die Noppenfolie doch zu oft gestückelt, so dass die Isolierung mangelhaft war. Über das Internet wurde jetzt eine ganze Rolle Noppenfolie bestellt, welche letztlich erheblich preisgünstiger ist als im Baumarkt und versandkostenfrei angeliefert wird. Damit sollte für den Winter 2009 / 2010 eine bessere Isolierung gewährleistet sein.

Winter 2009 / 2010 ist da!
Die Veränderung zum Vorjahr ist, dass die Balken dieses Jahr entsprechend gerade zusammengeschraubt wurden und das Dach unter der Kunststoffwellplatte mit Noppenfolie bespannt ist, die isoliert und notfalls auch Wasser abhalten kann.

Ansonsten wird von der erworbenen Noppenfolienrolle der Schutz der Seiten und Rückwand in einem Stück abgerollt und das Holzgestell damit bespannt. Die Rolle hat 150 cm Höhe, so dass überlappend, zweimal bespannt werden müssen um 240 cm Höhe zu bespannen. Dabei ist darauf zu achten, dass man die Noppenfolie die vom Dach etwa 10 cm ein Stück herunter an dem Holzgestell befestigt wurde, überlappend mit der Bespannung der Seitenwände befestigt und damit eine gute Isolierung ohne Lücken erhält.

Zum Befestigen der Noppenfolie hat sich ein entsprechender Tacker gut bewährt. Eine gute Arbeitsersparnis!

Foto 18.10.2009. da hier ein Wüstenbeet entstanden ist mit geringerer Pflanzenhöhe, wurden die Balken auf 1,20 m Höhe halbiert. Der Aufbau ist daher wesentlich einfach und schneller zu erledigen.

Die runden Holzpflöcke, im Dach integriert, sorgen für ein Ablaufen des Wasser und begrenzen die Pfützenbildung auf dem Foliendach.
Foto 18.10.2009. Das Dach des Holzgestell wurde zunächst mit Noppenfolie bespannt und später wurde direkt das Kunststoffdach auf die Balken geschraubt.

Nächstes Jahr werden auch hier die Balken mit Versetzen des Schlafbaumes eingekürzt.


Hier der Schutz für das Wüstenbeet für den Winter 2010 / 2011.
Die beiden Wellkunststoffplatten dienen jetzt dem Wüstenbeet als Regendach und sind dort verschraubt. Einfach, aber gut geeignete Konstruktion.

Foto 14.10.2010Foto 14.10.2010

Der Frostschutz für die kleineren, ausgepflanzten Palmen und einem Palmfarn besteht für den Winter 2010 / 2011 aus rundherum aufgestellten Styroporplatten, die bei tieferem Frost ebenfalls mit Styroporplatten geschlossen werden.

Im Inneren wird es dann einen Lichterschlauch geben zur Wärmequelle, gesteuert über einen UT 200.

Foto 25.10.2010Foto 25.10.2010

Das geschützte Beet wird dieses Jahr wieder mit einem Holzgestell, basierend auf den Balken in den Einschlaghülsen, errichtet.
Um jährliches Improvisieren (siehe Vorjahr) zu vermeiden, habe ich verschiedene Elemente gefertigt, bestehend aus Holzrahmen mit außen Styrodurplatten (2 cm) und innen Noppenfolie angetackert, die dann jährlich an- und wieder abgeschraubt werden.

So gibt es in den nächsten Winter nur noch wenige Handgriffe zu erledigen und hat einen optimalen Isolierungsschutz.

Das Dach wird aus 2 Holzrahmen bestehen, wo innen Noppenfolie angetackert wird zur Isolierung und außen eine transparente Verglasungsfolie, die sehr starr und fest ist.

Sollte es sehr kalt werden, kommt darüber ein Rahmen mit Styrodurplatten, der dann dafür sorgt, dass der Frost auf ein Minimum begrenzt ist.


Diese fertigen Elemente sind auch durch Nicht-Handwerker (wie mich) zu bauen und anzubringen. Traut euch!
 

Foto 05.11.2010, Innenseite des Schutzelementes mit Noppenfolie bespannt, gehalten durch Spaxschrauben und Unterlegscheiben.Foto 08.11.2010, drei 2 cm dicke Styrodurplatten bilden auf einen Holzrahmen geschraubt die Außenseite des Schutzelementes.

2 cm Styrodurplatten bilden nach den ersten Frosterfahrungen eine ausreichende Isolierung.
Foto 11.11.2010, das geschützte Beet Frontansicht. Beide Dachelemente sind aufgelegt und mit Winkeln verschraubt.
Die die Rückwand bildenden Styrodurplatten sind nur eingeschoben und werden von der Hecke gegen den Holzrahmen gedrückt.
Foto 11.11.2010, durch die außen angebrachte, verglaste Folie und innen die gespannte Noppenfolie kommt ausreichend Licht durch. Die Noppenfolie soll eine gewisse Isolierung gewährleisten
Foto 21.11.2010, leider gelangte eine geringe Menge Regenwasser unter die verglaste Folie und sammelte sich dann in der gespannten Noppenfolie und tropfte hier letztlich ab. Als Abhilfe wurde eine Gitterfolie über beide Dachelemente befestigt. Foto 21.11.2010, alle Schutzbauten im kleinen Garten auf einen Blick.

Der mittlere Schutzbau schützt die ausgepflanzte Washi filifera und eine Citrus meyerii ist auf dem Bild aber noch nicht geschlossen. Das Dach bildet eine verschraubte Styrodurplatte.

Erste Frosterfahrungen mit dem vorgenannten Schutzbauten:

Außentemperatur:                               -6 Grad.

im Schutz rechts (geschütztes Beet):    - 2,3 Grad, 87 % Luftfeuchte

im kleinen Schutz (Mitte):                    - 1,3 Grad, 79 % Luftfeuchte

Der mittlere Schutz besitzt baubedingt im oberen Bereich einen 1 cm hohen, 125 cm breiten Schlitz (Plattenlänge). Die Luftfeuchte ist hier etwa 9 % geringer als im großen Schutz, dank des besseren Luftaustausches. Die Temperatur wird hier trotzdem sehr gut gehalten.

Bei tiefem Frost lassen sich beim großen Schutz zwischen Gitterfolie und Dachelement Styroporplatten schieben. Dann wird es im Schutz dunkel, aber man erreicht eine sehr gute Isolierung und kann die Platten jederzeit wieder rausziehen, wenn der tiefe Frost vorbei ist.